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Buchtipp: Die ganze Welt in einem Raum!

„Eine dunkle, wunderschöne Geschichte über die Beziehung zwischen Mutter und Kind, erzählt von dem hinreißendsten Fünfjährigen, den man sich nur vorstellen kann.“

„Wenn Du Raum gelesen hast, mag die Welt noch sein, wie sie ist. Aber Du hast Dich verändert.“

 

Das sind nur zwei der vielen Meinungen und Zitate, zu diesem wundervollen Buch, die beide zutreffen. Es ist aber längst nicht alles – denn Raum ist soviel mehr als eine Geschichte! Raum zeigt, dass wir selbst in den ausweglosesten Situationen dazu in der Lage sind, kleine Glücksmomente zu schaffen. Emma Donoghue beschreibt sie auf eine Art und Weise, die mich unheimlich gefesselt und berührt hat. Man taucht in die Gedanken und Gefühle eines Fünfjährigen ein und lernt dabei eine völlig neue Welt kennen. Eine Welt, die aus ein paar wenigen Quadratmetern besteht und dennoch alles beinhaltet, was Jack glaubt zu brauchen.

 

Wie alles begann

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Als ich im vergangenen Jahr ein paar Tage in Miami verbracht habe, bin ich auf das Nonprofit Art House Cinema im bunten Stadtteil Wynwood gestoßen. Dort habe ich mir, ohne genau zu wissen was mich erwartet, den Film „Room“ angeschaut. Schon nach wenigen Minuten hat man sich in den kleinen Jack und seine Eigenarten verliebt. Zeitgleich beschleicht einen aber auch das beklemmende Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Die Atmosphäre in dem winzigen Raum, der für ihn die ganze Welt darstellt, schwankt und es kommen immer mehr Fragen auf. Warum gibt es nur diese vier Wände für ihn und seine Mutter? Warum gibt es außer der kleinen Dachluke namens „Oberlicht“ keine Fenster und warum muss Jack hin- und wieder im Schrank schlafen? Schließlich erfährt man die grausame Wahrheit und begleitet die beiden durch alle Höhe und Tiefen, die diese mit sich bringt.

Der Film hat mich auch lange nachdem ich ihn gesehen hatte dermaßen beschäftigt, dass ich mir noch während meiner Reise das Buch dazu gekauft habe.

 

Über das Buch

Emma Donoghue schreibt aus der Perspektive von Jack, was schon die erste Besonderheit des Buches ausmacht. Der Fünfjährige nimmt Dich auf seine kindliche Art und Weise mit in seine Welt. Dort gibt es nicht viel außer den vier Wänden, seiner Ma, Bett, Kommode, Buch, Tisch, Pflanze, Fernseher, Eierschalenschlange und Old Nick, der manchmal vorbei kommt und der Grund dafür ist, dass er an diesen Abenden im Schrank schläft. Diese Dinge sind echt und gehören zu seinem Leben. Was Jack im Fernseher sieht, ist nicht echt. Bäume, Wiesen, Flüsse, Tiere und all das andere Alltägliche unseres Lebens, ist für ihn nicht real. Er weiß das ganz genau, denn Ma hat es ihm so erklärt. Sie hat ihm noch viel mehr erklärt, erzählt und gezeigt wodurch er ein meist fröhliches und beschäftigtes Leben in „Raum“ hat. Er ist hier geboren und kennt es nicht anders. Raum ist seine Welt.

Dabei ahnt er nicht wie schwer es für seine Mutter ist diese Welt für ihn zu  bauen und aufrecht zu erhalten. Als es ihr immer weniger gelingt und sie immer öfter die Nerven verliert, beschließt Ma ihm die Wahrheit zu sagen. Mit fünf Jahren ist er alt genug um zu erfahren, dass Old Nick sie hier seit vielen Jahren gefangen hält. Dass Raum nicht die wirkliche Welt ist, sondern ein kleiner Schuppen im Garten ihres Entführers, wo Jack als ein Ergebnis der Grausamkeiten gezeugt wurde. Für Jack ist es fast unmöglich all diese seltsamen Dinge zu verstehen und er glaubt seine Ma hätte den Verstand verloren. Mit der Zeit gelingt es ihr Jack soweit zu bringen, dass er versuchen wird, ihren Fluchtplan umzusetzen. Immer und immer wieder üben sie das Szenario und setzen alles auf eine Karte. Alles gewinnen oder alles verlieren – Freiheit oder im schlimmsten Fall der Tod. Jack und Ma haben Angst, aber sie wollen es wagen.

Ob es funktioniert und wie es danach weitergeht, werde ich Dir an dieser Stelle natürlich nicht sagen. Das Buch soll schließlich seine Spannung behalten und Dich genauso fesseln, wie es das bei mir getan hat. Fakt ist, es werden unglaublich vielfältige Seiten der menschlichen Psyche behandelt, was einem sehr viele Denkanstöße liefert. Oft liegen nur wenige Millimeter zwischen dem größten Glück und dem tiefsten Fall eines Menschen. Raum zeigt Dir, was diese Millimeter ausmacht und was es wirklich (nicht) braucht, um glücklich zu sein. Mich hat das Buch jedenfalls so fasziniert, dass ich es gleich zwei mal gelesen habe: Einmal in  Englisch und einmal in Deutsch:

Raum: Roman *

Room: A Novel by Emma Donoghue (2015-09-26) *

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Abschließend würde sagen, dass Raum definitiv ein Buch ist, das man gelesen haben sollte und wünsche Dir viel Spaß damit!

 

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